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Heilpraktiker Ausbildung, Heilpraktikerberuf

1. Bitte geben Sie uns eine Kurzvorstellung. Wer sind Sie? Wie heisst Ihre Ausbildungsstätte? (Die, die SIe betreiben oder die an der Sie gelernt haben)
[] Mein Name ist Deborah Kassautzki. Seit 11 Jahren unterrichte ich werdende Heilpraktiker. Dies tat ich zuerst an einer anderen Schule, seit Oktober 2001 an meiner eigenen. Diese ist unter „Heilpraktikerschule Deborah Kassautzki“, als auch unter „Heilpraktikerschule-Ortenau“zu finden.
2. Welche Art der Ausbildung bieten Sie an/haben Sie gemacht?
[] Ich biete eine Heilpraktikerausbildung an, welche sich über ca. 2.5 Jahre Grundkurs mit anschließendem mind. 7-monatigen Crash-Kurs erstreckt, um auf die amtsärztliche Überprüfung aber auch die spätere Berufsausübung vorzubereiten. Einmal die Woche für 3 Stunden findet der Unterricht in Kleingruppen von 5 – 10 TN statt, in dem das Grundwissen über Anatomie, Pathologie, Physiologie, Pathophysiologie, Untersuchung, Gesetz, Injektion und Phytotherapie vermittelt wird.
Warum finden Sie diese oder eine andere Einteilung am Besten?

[] Unterricht in Kleingruppen, nicht einzig hinter Fernkursmaterial oder PC finde ich superwichtig. Jeder einzelne TN kann sich hier entwickeln und entfalten, kann sich mit Fragen, Erfahrungen, Wissen und Nichtwissen einbringen und damit sich selbst und die ganze Gruppe fördern. – Die Kleingruppe bietet den familiär geschützten Rahmen, der jedem TN die Chance gibt, sich einzubringen und zu entfalten – sich dabei zu entwickeln, um am Ende nicht nur das Wissen, sondern auch die persönliche Reife für diesen anspruchsvollen Beruf zu erlangen.
3. Was sollte Ihrer Meinung nach die Motivation sein den Beruf des Heilpraktikers zu ergreifen?
[] Das Interesse am Menschen selbst und dessen Krankheiten ist ganz wichtig. Ansonsten sollte Freude o. zumindest Interesse daran bestehen, anderen zu helfen, sie im besten Fall auf dem Weg ihrer Heilung zu begleiten.

4. Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Heilpraktiker aus?
[] Das empathische Interesse am Menschen, die Freude am Umgang mit anderen Menschen, die Offenheit für die individuellen Symptome und Probleme eines Menschen sowie der ganzheitliche Ansatz bei der Therapie. Weg von der symptombezogenen Substitutionstherapie oder Null-Acht-Fünfzehn Verschreibung eines Globulis, Komplexmittels oder was auch immer – und hin zur individuell erarbeiteten geistig-körperlich-seelischen Hilfestellung bei Linderung oder Heilung der Krankheit(en) der Patienten.
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5. Wie versuchen Sie Ihre Schüler dazu zu machen? Was sind die Besonderheiten Ihrer Ausbildung und Ihres Personals? (nur für Ausbildungsinstitute)
[] Neben der Wissensvermittlung: Durch meine eigene Begeisterung zur Thematik Mensch und Krankheit, dem Umgang miteinander, dem Umgang mit der Natur, den Tieren, der Nahrung, Bewegung an der frischen Luft, etc. – Wichtig ist es mir u.a., weder die Schulmedizin „runter zu machen“, denn auch diese hat ihre Berechtigung! noch den Eindruck zu vermitteln, dass Heilpraktiker Zauberer seien, die niemals Fehler machen würden.
Die Besonderheit meiner Ausbildung sind Themen wie Kleingruppen, mein Anspruch jeden dort abzuholen wo er gerade steht (wissenstechnisch aber auch psychisch und sozial), die Tiefe des Wissens und Verstehens weg von Mindmaps und knappem Prüfungswissen, dafür hin zum Be-greifen.
Berühmt berüchtigt bin ich auch für meine vom Grundkurs (u. den praktischen Kursen) her für meine Schüler sonst so ungewohnte Härte im Crash-Kurs, die sich sehr positiv auf das Bestehen der mündlichen Überprüfungen meiner Schüler auswirkt.
6. Wie sehen Sie die Zukunft der Zunft? Welche Entwicklungen in der Ausbildung, aber auch in medizinischer Hinsicht erachten Sie als wichtig.
[] Diese Zunft ist natürlich sehr wichtig, HP haben in aller Regel mehr Zeit für den Patienten als der Arzt und HP gehen im besten Fall ganzheitlich vor und setzen Therapieverfahren ein, die in der Schulmedizin weniger Platz haben.
Schön fände ich es, wenn die Ausbildung staatliche Anerkennung erhielt, sprich nicht selbst finanziert werden müsste. Dann wären auch Vollzeitschulen möglich, welche sich viele HPAs momentan gar nicht leisten könnten. – Prima wäre es in dem Fall auch, wenn es viel mehr Assistenzplätze gäbe und somit praktische Erfahrung die kognitive Ausbildung ergänzen würde.
7. Mit welchen Kosten muss man für die Ausbildung rechnen? Gibt es Fördermöglichkeiten vom Staat?
[] Für die einfache Ausbildung muss man rund 4500€ rechnen. Hierzu kommen Ausbildungskosten für spezielle Kurse (Diagnoseverfahren wie Irisdiagnose, Meridiandiagnose…; Therapieverfahren wie Akupunktur, Homöopathie, Ayurveda, Dorn, Breuss…) und die Überprüfung für das Gesundheitsamt (momentan rund 600€).
Staatl. Fördermöglichkeiten gibt es im Rahmen eines Zuschusses, der VOR Ausbildungsbeginn beantragt werden muss und der begrenzt ist.
8. Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um Heilpraktiker werden zu können?
[] Das richtet sich nach der DVO vom 18.02.1939: Man muss bei der Überprüfung mind. 25 Jahre alt sein, einen Hauptschulabschluss besitzen, körperlich-geistig-seelisch gesund sein (ärztliches Attest), muss sittlich einwandfrei sein (Polizeiliches Führungszeugnis) und man muss bei der Überprüfung beweisen, dass man keine Gefahr für die Volksgesundheit darstellt.
9. Welche Möglichkeiten bestehen nach Abschluss der Ausbildung, als Heilpraktiker zu arbeiten?
[] Man kann sich alleine selbstständig machen mit einer reinen Bestellpraxis oder auch in eigenen Praxisräumen. Wenn man dies mit anderen zusammen machen möchte, dann kann man eine Praxisgemeinschaft (jeder haftet für sich) oder Gemeinschaftspraxis (alle haften gemeinsam) eröffnen.
10. Wie sehen die Aussichten aus, als selbstständiger Heilpraktiker von seinem Einkommen leben zu können?
[] Das hängt von der eigenen Einstellung, dem inneren Selbstvertrauen und dem persönlichen Engagement ab. Wenn hier alles stimmt, kann man durchaus von einer Praxis leben.
11. Hand aufs Herz, würden Sie den Beruf des Heilpraktikers wieder ergreifen?
Auf jeden Fall und immer wieder! Es ist ein sehr schöner Beruf mit großer Verantwortung aber auch eigenen Entwicklungschance für den Therapeuten. Ich finde es sehr schön, mit Menschen zu arbeiten und ihnen helfen zu können. – Abgesehen davon, dass ich gerne viel mehr Therapie- und Diagnoseverfahren beherrschen würde, kann ich mir keinen schöneren Beruf vorstellen.